Kurz gesagt
Was der Kontenrahmen KMU ist
Ein einheitliches Nummernsystem für die Buchhaltung Schweizer Firmen. Jedes Konto hat vier Ziffern, die erste zeigt die Kontenklasse.
Der Kontenrahmen ist das Muster für alle. Ihr Kontenplan ist die Auswahl, die Ihre Firma tatsächlich braucht. Einen bestimmten Kontenplan schreibt das Gesetz nicht vor, wer doppelt bucht, braucht aber einen.
Kontenklassen
Die 9 Kontenklassen im Überblick
Die Klassen 1 und 2 bilden die Bilanz, die Klassen 3 bis 8 die Erfolgsrechnung. Klasse 9 dient dem Abschluss.
- Aktiven
Was die Firma besitzt: Kasse, Bank, Forderungen, Vorräte, Mobiliar, Fahrzeuge. Etwa 1020 Bankguthaben.
- Passiven
Schulden und Eigenkapital: Lieferanten, Bank, MWST, Stamm- oder Eigenkapital. Etwa 2000 Kreditoren.
- Betrieblicher Ertrag
Ertrag aus Lieferungen und Leistungen, also Ihr Umsatz. Etwa 3400 Dienstleistungserlöse.
- Material und Waren
Aufwand für Material, Handelswaren, Dienstleistungen und Energie. Etwa 4200 Handelswarenaufwand.
- Personalaufwand
Löhne und Sozialversicherungen der Angestellten. Etwa 5000 Lohnaufwand.
- Übriger Aufwand
Übriger betrieblicher Aufwand, Abschreibungen und Finanzergebnis. Etwa 6000 Raumaufwand.
- Nebenerfolg
Betrieblicher Nebenerfolg, zum Beispiel aus einem Nebenbetrieb. Etwa 7000 Ertrag Nebenbetrieb.
- Betriebsfremd
Betriebsfremder, ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Aufwand und Ertrag. Dazu 8900 Direkte Steuern.
- Abschluss
Konten für den Jahresabschluss. Etwa 9200 Jahresgewinn oder Jahresverlust.
Bilanz und Erfolg
Bilanzkonten und Erfolgskonten unterscheiden
Wer diesen Unterschied verstanden hat, versteht jeden Buchungssatz. Bilanzkonten zeigen Bestände, Erfolgskonten zeigen Bewegungen eines Jahres.
Bilanzkonten, Klassen 1 und 2
- Zeigen den Bestand an einem Stichtag
- Der Saldo geht ins neue Jahr über
- Aktiven nehmen im Soll zu, Passiven im Haben
- Zum Beispiel Bank, Debitoren, Kreditoren, Stammkapital
Erfolgskonten, Klassen 3 bis 8
- Zeigen, was im Jahr verdient und ausgegeben wurde
- Beginnen jedes Jahr wieder bei null
- Aufwand steht im Soll, Ertrag im Haben
- Zum Beispiel Dienstleistungserlöse, Löhne, Miete
Bei der Einzelfirma stehen auf 2800 das Eigenkapital zu Beginn des Jahres, auf 2850 das Privatkonto und auf 2891 der Jahresgewinn. Bei der GmbH stehen auf 2800 das Stammkapital, auf 2950 die gesetzliche Gewinnreserve und auf 2970 der Gewinnvortrag.
Wichtige Konten
Die Konten, die Kleinfirmen am häufigsten brauchen
Auszug aus dem Kontenrahmen KMU, Schulversion, mit Beispielen aus dem Alltag einer Kleinfirma.
| Nr. | Bilanzkonten, Klassen 1 und 2 |
|---|---|
| 1000 | Kasse Bargeld in der Geschäftskasse |
| 1020 | Bankguthaben Geschäftskonto bei der Bank |
| 1100 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Debitoren) offene Rechnungen an Kunden |
| 1170 | Vorsteuer MWST Material, Waren, Dienstleistungen, Energie MWST auf Einkäufen der Klasse 4 |
| 1171 | Vorsteuer MWST Investitionen, übriger Betriebsaufwand MWST auf Büromaterial, Geräten, Software |
| 1200 | Vorräte Warenlager und Material |
| 1520 | Büromaschinen, Informatik, Kommunikationstechnologie Laptop, Drucker, Telefonanlage |
| 1530 | Fahrzeuge Geschäftsauto, Lieferwagen |
| 2000 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Kreditoren) offene Rechnungen von Lieferanten |
| 2200 | Umsatzsteuer MWST, die Sie Ihren Kunden verrechnet haben |
| 2201 | Abrechnungskonto MWST Abrechnung mit der ESTV |
| 2270 | Sozialversicherungen und Vorsorgeeinrichtungen noch zu zahlende Beiträge an AHV und Pensionskasse |
| 2800 | Stammkapital (GmbH) oder Eigenkapital (Einzelfirma) bei der GmbH mindestens CHF 20'000 |
| Nr. | Erfolgskonten, Klassen 3 bis 8 |
|---|---|
| 3200 | Handelserlöse Verkauf von Waren |
| 3400 | Dienstleistungserlöse Honorare, Stunden, Pauschalen |
| 4200 | Handelswarenaufwand Einkauf von Waren für den Wiederverkauf |
| 5000 | Lohnaufwand Bruttolöhne der Angestellten |
| 5700 | Sozialversicherungsaufwand Arbeitgeberbeiträge an AHV, ALV, Pensionskasse |
| 6000 | Raumaufwand Miete für Büro, Werkstatt oder Laden |
| 6200 | Fahrzeug- und Transportaufwand Treibstoff, Service, Transporte |
| 6300 | Sachversicherungen, Abgaben, Gebühren, Bewilligungen Betriebshaftpflicht, Gebühren |
| 6500 | Verwaltungsaufwand Büromaterial, Porto, Telefon |
| 6570 | Informatikaufwand inkl. Leasing Software-Abos, Hosting |
| 6600 | Werbeaufwand Inserate, Werbung |
| 6800 | Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Positionen des Anlagevermögens Wertverlust von Geräten und Fahrzeugen |
| 8900 | Direkte Steuern Gewinn- und Kapitalsteuer der GmbH |
Buchungsbeispiele
So buchen Sie mit dem Kontenrahmen
Ein Buchungssatz nennt zuerst das Konto im Soll, nach dem Schrägstrich das Konto im Haben. Die Beispiele stammen aus einem MWST-pflichtigen Grafikatelier in Bern, das effektiv abrechnet.
Logo und Flyer für CHF 2'000 plus 8,1 % MWST, total CHF 2'162.00:
1100 Debitoren / 3400 Dienstleistungserlöse: CHF 2'000.00
1100 Debitoren / 2200 Umsatzsteuer: CHF 162.00
Der Kunde zahlt die Rechnung aufs Geschäftskonto:
1020 Bankguthaben / 1100 Debitoren: CHF 2'162.00
Die Miete für das Atelier, CHF 1'800 ohne MWST, geht per Bank weg:
6000 Raumaufwand / 1020 Bankguthaben: CHF 1'800.00
Druckerpapier und Toner für CHF 200 plus 8,1 % MWST, bar bezahlt:
6500 Verwaltungsaufwand / 1000 Kasse: CHF 200.00
1171 Vorsteuer / 1000 Kasse: CHF 16.20
Dann fallen die Konten für Vorsteuer und Umsatzsteuer weg, und Sie buchen alle Beträge brutto. Wer mit dem Saldosteuersatz abrechnet, bucht anders als im Beispiel. Mehr zur MWST unter MWST Schweiz.
Kontenplan anpassen
So machen Sie aus dem Kontenrahmen Ihren Kontenplan
Der Kontenrahmen ist ein Gerüst. Ihren Kontenplan leiten Sie daraus ab: Sie nehmen die Konten, die Sie brauchen, und ergänzen eigene.
- WeglassenEin Coiffeursalon braucht kein Konto für Produktionserlöse. Unbenutzte Konten blenden Sie aus.
- Unterkonten einfügenWer zwei Bankkonten hat, führt zum Beispiel 1020 und 1021. Umsätze nach Bereich trennen Sie mit eigenen Nummern in der Gruppe 3400.
- Die Logik behaltenNeue Konten gehören in die passende Klasse und Gruppe. So findet sich auch Ihr Treuhänder sofort zurecht.
- Rechtsform beachtenDas Eigenkapital sieht bei Einzelfirma und GmbH anders aus. Mehr dazu unter Buchhaltung GmbH und Buchhaltung Einzelfirma.

Software
Buchhaltungsprogramme mit fertigem Kontenplan
Den Kontenplan müssen Sie nicht abtippen. Schweizer Buchhaltungsprogramme bringen einen mit, und im Alltag wählen Sie oft gar kein Konto selbst.
- Kontenplan vorbereitet. bexio bringt standardisierte Kontenpläne mit, die Sie anpassen und erweitern können.
- Buchungen im Hintergrund. Sie schreiben eine Rechnung, das Programm bucht auf Debitoren, Erlöse und Umsatzsteuer.
- MWST vorbereitet. Vorsteuer und Umsatzsteuer landen auf den richtigen Konten, das MWST-Formular füllt sich laufend.
- Zusammenarbeit mit dem Treuhänder. Er bekommt einen eigenen Zugang und arbeitet mit Ihrem Kontenplan.
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Fragen
Häufige Fragen zum Kontenrahmen KMU
Die Kontonummern stammen aus der Schulversion des Kontenrahmens KMU auf dem KMU-Portal des Bundes, Stand November 2026.
Antworten
Ist der Kontenrahmen KMU Pflicht?
Nein. Das Gesetz verlangt eine ordnungsmässige Buchführung, aber keinen bestimmten Kontenplan. Der Kontenrahmen KMU ist in der Schweiz trotzdem verbreitet, weil Schulen, Treuhänder und viele Programme damit arbeiten.
Wie viele Kontenklassen hat der Kontenrahmen KMU?
Neun: 1 Aktiven, 2 Passiven, 3 betrieblicher Ertrag, 4 Aufwand für Material, Waren und Dienstleistungen, 5 Personalaufwand, 6 übriger betrieblicher Aufwand, 7 betrieblicher Nebenerfolg, 8 betriebsfremder und ausserordentlicher Erfolg, 9 Abschluss.
Welche Kontonummer hat die Bank?
Bankguthaben stehen auf Konto 1020, Bargeld auf 1000 Kasse. Schulden bei der Bank gehören auf die Passivseite, Konto 2100 Bankverbindlichkeiten.
Auf welche Konten buche ich die MWST?
Die MWST auf Ihren Verkäufen auf 2200 Umsatzsteuer. Die Vorsteuer auf Einkäufen auf 1170 (Material, Waren, Dienstleistungen, Energie) oder 1171 (Investitionen und übriger Aufwand). Für die Abrechnung gibt es das Konto 2201.
Braucht eine Einzelfirma einen Kontenplan?
Mit einem Milchbüchlein nicht, das ist bis CHF 500'000 Umsatz erlaubt. Wer doppelt bucht, freiwillig oder weil der Umsatz höher ist, braucht einen Kontenplan. Typisch für die Einzelfirma ist das Privatkonto 2850.
Wo bekomme ich den Kontenrahmen KMU?
Die Schulversion steht als PDF auf dem KMU-Portal des Bundes. Buchhaltungsprogramme wie bexio bringen einen fertigen Kontenplan mit, den Sie anpassen können.
Quellen und Stand
- Schweizer Kontenrahmen KMU, Schulversion (SwissAccounting), auf dem KMU-Portal des Bundes, abgerufen am 3. November 2026
- ESTV: MWST-Steuersätze (Normalsatz 8,1 % für die Buchungsbeispiele)
- Seite «Kontenrahmen» von bexio, abgerufen am 3. November 2026
